Kranzniederlegung zum 17. Juni an Point Alpha

Am Sonntag, dem 17. Juni 2018, trafen sich die Kreisverbände der Jungen Union Fulda sowie der Wartburgregion mit vielen Gästen zur traditionellen Kranzniederlegung am Birkenkreuz an der Gedenkstätte Point Alpha, um der Opfer des Volksaufstandes in der DDR am 17. Juni 1953 und des DDR-Grenzregimes zu gedenken.

Bei der Kranzniederlegung ergriffen u.a. der Generalsekretär der CDU Thüringen, Raymond Walk, Rasdorfs Bürgermeister Jürgen Hahn und Berthold Jost, neu gewählter Vorstand der Point Alpha Stiftung und ehemaliger Bürgermeister Rasdorfs, das Wort.

Herr Walk fand mahnende Worte gegen das Vergessen der Taten des DDR Unrechtsregimes und betonte die Wichtigkeit dieser und ähnlicher Veranstaltungen, um gegen eine immer stärker zu beobachtenden „Ostalgie“ anzugehen, in deren Rahmen oftmals die systematischen Verbrechen und die Unterdrückung von Seiten der DDR herab gespielt werden.

Der aktuelle sowie der ehemalige Bürgermeister Rasdorfs, Jürgen Hahn und Berthold Jost, erläuterten die Situation Rasdorfs als unmittelbare Grenzgemeinde und die Wichtigkeit von Point Alpha als Erinnerungsstätte.

Vor der Kranzniederlegung wurde den Teilnehmern durch eine Führung durch die Ausstellung der Point Alpha Stiftung die militärische Dimension des Kalten Krieges auch in der so genannten „Fulda Gap“, also dem Bereich des heutigen Landkreises Fulda, verdeutlicht und zeigte auf, wie der Landkreis Fulda im Mittelpunkt eines militärischen Konflikts zwischen Ost und West gestanden hat.

Im Nachgang konnten die Teilnehmer noch mit dem Zeitzeugen Bernhard Fey über seinen missglückten Fluchtversuch in der Nacht vom 23. auf den 24. Dezember 1975 sprechen und gewannen einen Eindruck über die Beweggründe seines Fluchtversuches und den mit der Inhaftierung verbundenen Folgen, die er zu ertragen hatte.

Hintergrund: Am 24. Dezember 1975 scheiterte der Fluchtversuch von Bernhard Fey durch Auslösung einer Selbstschussanlage der Grenzbefestigungen des DDR-Regimes in der Nähe des Point Alpha. In Sichtweite von Bundesgrenzschutzbeamten aber noch auf DDR-Gebiet wurde der damals 19 Jährige stark blutend von DDR-Grenztruppen abtransportiert. Auf Westseite ging man davon aus, dass er beim verzweifelten Versuch in Freiheit zu gelangen verstorben sei. Zum Gedenken an diesen Vorfall errichtete die Junge Union 1976 ein Birkenkreuz am Point Alpha. Erst nach der Wende wurde bekannt, dass Herr Fey glücklicherweise überlebte. In jährlichen Gedenkveranstaltungen, zuerst am 24. Dezember, seit Jahren nun am 17. Juni, erinnert der Kreisverband der Jungen Union Fulda, seit der Wiedervereinigung zusammen mit dem Kreisverband Wartburgregion, an die Opfer des sozialistischen Grenzregimes sowie der Opfer des vor allem durch sowjetische Truppen gewaltsam niedergeschlagenen Volksaufstandes 1953 in der DDR.