Seltener Anblick auf der Kläranlage

Ein Spektakel der eher trüben Art spielte sich kürzlich auf der Kläranlage in Rasdorf ab. Die Belüfterteller, die durch ein Gebläse Luft in das sogenannte Festbett eintragen, wurden im ersten von insgesamt drei Becken getauscht. Dieser Vorgang sollte ca. alle 5 Jahre stattfinden, um zu gewährleisten, dass genügend und feinporiger Sauerstoffeintrag ermöglicht wird. Denn je älter die Tellerbelüfter sind, umso mehr Luft muss vom Gebläse erzeugt werden, um diese in die 5 Meter tiefen Becken einzutragen. Auf der Kläranlage Rasdorf, und allgemein bei der Abwasserreinigung ist der Sauerstoffeintrag eines der wichtigsten Elemente die zur Reinigung des Abwassers führen. Insgesamt wurden im ersten Becken 20 Tellerbelüfter mit einem Durchmesser von 30 cm gewechselt. Dieser Vorgang wird in den nächsten Wochen bei den weiteren Becken ebenfalls durchgeführt.Das Festbett besteht aus Kunststoff, und hat eine sehr große Oberfläche. Die zur Klärung von Abwasser benötigten Bakterien siedeln sich als „Biofilm“ auf diesem an. Damit die Bakterien genügend Sauerstoff erhalten um zu „atmen“, wird das Festbett mit Luft durchströmt. Dazu wird ein Gebläse verwendet, welches sich im Betriebsgebäude der Kläranlage befindet und durch eine Luftleitung mit den Tellerbelüftern verbunden ist. Da die Belüfterteller nach ca. 5 Jahren in Ihrer Leistung stark nachlassen, müssen diese in zwei aufwendigen und insgesamt 15.000.- € teuren Aktionen gewechselt werden. Als die Festbetten nach dem Herausheben mittels eines Schwerlastkrans begutachtet wurden, zeigte sich ein immer größeres Problem der deutschen Kläranlagen – Feuchttücher. Diese verstopfen Kanäle, Mechanik der Klärwerkstechnik und landen – wie in unserem Falle – sogar vereinzelt im Festbett, was die Leistung der Kläranlage erheblich senken kann und somit hohe Kosten für Reparaturen erforderlich macht. Wir nutzen diesen Bericht gleichzeitig als Aufruf Dinge wie Feuchttücher, Wattestäbchen oder auch Essensreste nicht über die Toilette zu entsorgen.