Waldschutz – Info zu Borkenkäfern

Durch extreme Niederschlagsdefizite in Kombination mit sehr hohen Temperaturen hat im Sommer / Frühherbst 2018 eine Massenvermehrung von rindenbrütenden Borkenkäfern in unseren Wäldern stattgefunden.

Vor allem die Käferarten Buchdrucker ( Ips typographus ), Kupferstecher (Pityogenes chalcographus) und Großer Lärchenborkenkäfer (Ips cembrae) haben an Fichte und Lärche deutliche Schäden verursacht und die Bäume teilweise sogar flächig zum Absterben gebracht.

Dies führt zu massiven Vermögensverlusten für die betroffenen Waldbesitzer/Innen.

Da die Tiere im Boden – viele aber auch unter der Rinde – überwintern, ist im kommenden Frühjahr mit weiterem Neubefall durch Borkenkäfer zu rechnen.

Ab 15 °C Tagestemperatur ( ~ E. März ) beginnen die Käfer wieder aktiv zu werden und befallen neue Bäume.

Um weitere Schäden möglichst zu begrenzen, ist es wichtig, seine Waldbestände auch aktuell zu kontrollieren und die betroffenen Bäume inklusive des Kronenmateriales zu entfernen.

Erkennungsmerkmale

Erkennen lässt sich ein Befall oftmals schon aus der Ferne, wenn rote Fichtenspitzen aus den Waldungen hervorstechen.

Durch den Witterungsverlauf kann es sich zwar auch um reine Trocknisschäden handeln, i.d.R. sind jedoch auch Borkenkäfer mit am Werk.

Da der Specht die Käfer / Käferlarven als Nahrung sucht, weist er durch abgeschlagene Rindenstücke zusätzlich auf einen Befall hin. Oft sind dann die Kronen der Fichten noch grün, die Bäume im mittleren Stammbereich aber mehr oder weniger ohne Rinde. Hier gilt es zusätzlich alle benachbarten Bäume auf einen Befall zu untersuchen.

Mit beginnendem Flug der Käfer im Frühjahr muss zudem an den Stammfüßen oder hinter Rindenschuppen auf braunes Bohrmehl geachtet werden, welches durch die Aktivität der Käfer am Baum herunterrieselt.

Maßnahmen

In allen beschriebenen Fällen ist Handeln sowohl im Eigeninteresse – zur Vermeidung von Vermögensverlusten – als auch aus Verantwortung für die Waldnachbarn – nach dem Hessisches Waldgesetz – geboten.

Die Bäume müssen eingeschlagen und aus dem Wald entfernt werden. Alternativ können sie im Frühjahr und Sommer, wenn Käferlarven noch „weiß“, sind auch vor Ort entrindet werden. So vertrocknen die Larven und anderen Borkenkäfern wird der Brutraum entzogen.

Durch das Überangebot aus den 2018`er Sturm- und Käferholzmengen ist ein kurzfristiger Absatz von mit Käfer befallenen Fichten und Lärchen derzeit eine Herausforderung. Besonders Kleinmengen lassen sich kaum am Markt platzieren.

Für Mengen unter 15 Festmeter ( Fm ) verkaufsfähigen Holzes ist deshalb eine Verwendung als Brennholz oder Hackschnitzel geboten.

Bei größerem Schadholzanfall kann eventuell über die jeweilige Revierförsterei ein Maschinen- bzw. motormanueller Einsatz organisiert werden. Bitte treten Sie dazu schnellstmöglich mit dem/der für Sie zuständigen Revierleiter/In in Kontakt, da auf dem Unternehmermarkt durch die angespannte Situation nur bedingt kurzfristige Einschlags- und Rückekapazitäten zur Verfügung stehen.

Aufforstung

Im Nachgang zum Holzeinschlag besteht für die Wiederbewaldung von durch Windwurf, Käfer oder Trocknis entstandenen Freiflächen die Möglichkeit auf eine finanzielle Förderung.

Für weitere Fragen stehen Ihnen die Mitarbeiter/Innen des Forstamtes Burghaun gerne zur Verfügung.

In der Revierförsterei Eiterfeld-Rasdorf werden zwei Informationsabende abgehalten.

Themen: Rund um den Borkenkäfer (PowerPoint-Präsentation): Befall erkennen, die Verursacher, Bekämpfungsmöglichkeiten; Holzverwertung; Wiederaufforstung

Montag, 28.01.2019 in der Gaststätte Hilpert, Hochstr. 23, 36132 Eiterfeld-Wölf, Zeit: 19.30Uhr

Dienstag, 05.02.2019 im Landgasthof „Zum Adler“, Am Anger 1, 36169 Rasdorf, Zeit: 19.30 Uhr

Käfer mit Larven (Bild: J. Dickert)

Abfallende Rinde (Bild: J. Dickert)

Bohrmehl (Bild: J. Dickert)