Ministerpräsident Volker Bouffier verleiht Hessischen Verdienstorden an die ehemaligen Bürgermeister Dr. Eberhard Fennel und Berthold Jost

Dank für unermüdlichen Einsatz für ihre Region

Der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier hat den ehemaligen Bürgermeister von Rasdorf und Eiterfeld, Berthold Jost und den ehemaligen Bürgermeister von Hünfeld, Dr. Eberhard Fennel mit dem Hessischen Verdienstorden ausgezeichnet. „Sie haben sich durch ihren unermüdlichen Einsatz für ihre Region um das Wohl der Allgemeinheit in besonderem Maße verdient gemacht“, sagte Bouffier am Mittwochabend bei einer Feierstunde im Wiesbadener Schloss Biebrich. Er unterstrich, dass sich die beiden ehemaligen Bürgermeister durch ihr vielfältiges, ehrenamtliches Engagement in besonderem Maße für ihre Heimat eingesetzt haben.

„Berthold Jost hat 27 Jahre erfolgreich als Bürgermeister in zwei ehemaligen osthessischen Zonenrandgemeinden gewirkt. Seine Amtszeiten umfassten sowohl die Endphase des ,Kalten Krieges‘, als auch die geschichtlich bedeutsamen Anfangsjahre der deutschen Wiedervereinigung. Berthold Jost war anderthalb Jahrzehnte Bürgermeister an einem der ,heißesten Punkte des Kalten Krieges‘. Er erkannte schon frühzeitig, dass Begegnungen über den ,Eisernen Vorhang‘ hinweg notwendig sind, um die Ost-West-Teilung Europas zu überwinden“, sagte Bouffier und unterstrich: „Nach der Wiedervereinigung Deutschlands hat er seinen Amtskollegen in den grenznahen thüringischen Gemeinden voller Begeisterung über die Grenzöffnung mit Rat und Tat zur Seite gestanden.“

Bouffier betonte, dass der 72-Jährige sich auch ehrenamtlich auf verschiedenen Ebenen in den Dienst des Gemeinwohls gestellt habe. Ein besonderer Schwerpunkt seines Engagements sei die Mahn-, Gedenk- und Bildungsstätte Point Alpha, an deren konzeptioneller Neuausrichtung er derzeit maßgeblich mitwirke. „Ohne das Zutun von Herrn Jost würde Point Alpha in der Umgebung des gleichnamigen früheren US-Beobachtungsstützpunktes in Rasdorf auf beiden Seiten der ehemaligen innerdeutschen Grenze in seiner heutigen Form möglicherweise nicht mehr existieren. Herr Jost ist in diesem Zusammenhang seit rund zehn Jahren in stetig zunehmendem Ausmaß ehrenamtlich engagiert“, betonte der Ministerpräsident. Seit 1997 gehörte der 72-Jährige dem Trägerverein Grenzmuseum Rhön „Point Alpha“ e.V. als Mitglied an. Dieser ging im Jahr 2008 in den Förderverein Point Alpha e.V. über. Im Jahr 2010 wurde Herr Jost in den erweiterten Vorstand des Fördervereins gewählt und seit 2013 ist er der stellvertretende Vorsitzende. Mitte des Jahres 2018 übernahm Herr Jost in der Point Alpha Stiftung mit Sitz in Geisa/Thüringen nach dem abrupten Ausscheiden der hauptamtlichen Direktorin unter sehr schwierigen Umständen übergangsweise die Aufgabe des ehrenamtlichen Stiftungsvorstandes, mit der gleichzeitig auch die Verantwortung für die Point Alpha Akademie in Geisa/Thüringen verbunden ist. „Berthold Jost bringt sich seitdem weit über das übliche Maß eines ehrenamtlichen Stiftungsvorstandes in die Arbeit der Stiftung ein“, so Bouffier. Als jüngster Bürgermeister Deutschlands habe Jost in Rasdorf 21 Jahre lang mit überdurchschnittlichem persönlichen Einsatz viel für die Gemeinde bewegt. Der gebürtige Soisdorfer setzte sich so unter anderem für den Neubau eines Kindergartens und des Bauhofsgebäudes, für die Erweiterung der Schule, den Neubau der Turnhalle in Rasdorf sowie die Erweiterung der Gemeindeverwaltung in Rasdorf und diverse Straßenerneuerungen in allen Ortsteilen ein.

Die Völkerverständigung begleite den 72jährigen schon zeitlebens, sagte Bouffier. Jost habe maßgeblichen Anteil an der Partnerschaft mit der Gemeinde Himesháza (Nimmesch) in Südungarn, wofür er 1997 mit der Himesháza-Medaille ausgezeichnet wurde. „Herr Jost ist einer der Wegbereiter und Förderer dieser Partnerschaft, die ihre Anfänge bereits in den Zeiten des ,Kalten Krieges‘ genommen hat und somit als bahnbrechender Akt der Völkerverständigung zu werten ist“, so Bouffier. „Das vielseitige und über viereinhalb Jahrzehnte andauernde Engagement von Berthold Jost, sein großes Verantwortungsbewusstsein sowie sein erheblicher, persönlicher Einsatz und seine vorbildliche Hilfsbereitschaft verdienen unsere ausdrückliche Anerkennung. Ich verleihe ihm daher den Hessischen Verdienstorden“, unterstrich der Regierungschef.

Der Ministerpräsident überreichte im Biebricher Schloss auch dem ehemaligen Bürgermeister von Hünfeld, Dr. Eberhard Fennel den Hessischen Verdienstorden. Dr. Fennel war über 36 Jahre lang Bürgermeister der Stadt Hünfeld. In dieserPosition hat er sich ab 1980 unter anderem maßgeblich für die Neugestaltung einer lebenswerteren Hünfelder Innenstadt, den Bau des Bürgerparks und der Erholungsanlage Praforst sowie der Freizeitanlagen am Haselsee eingesetzt. Auch der Bau zweier Ortsumgehungen, der Ersatzneubau der St. Elisabeth Klinik Hünfeld als Krankenhaus der Grundversorgung, die Erhaltung des Bundespolizeistandortes Hünfeld in den Jahren 1991 und 1998 und die Entwicklung Hünfelds zu einer Behördenstadt mit über 1.000
Beamtinnen und Beamten fällt in seine Amtszeit. Dr. Fennel hat sich zudem für die Sanierung des gesamten Bahnhofareals eingesetzt und die interkommunale Zusammenarbeit mit den Gemeinden Rasdorf, Nüsttal und Burghaun in der AG und im Zweckverband Hessisches Kegelspiel vorangetrieben. „Dr. Fennel hat sich mit viel Herzblut für seine Region eingesetzt und wichtige Impulse für die Entwicklung der Stadt gegeben. Neben seinem Amt als Bürgermeister hat er sich ehrenamtlich in vielen Gremien, Verbänden und Institutionen mit vollem Einsatz engagiert. Diese Zeit und Leidenschaft aufzubringen, ist nicht selbstverständlich, wenn man als Politiker schon einen über die üblichen Bürozeiten hinausgehenden Job ausführt“, hob Bouffier hervor.
Dr. Fennel habe seine Expertise als ehrenamtliches Mitglied des Hessischen Städtetages von 1993 bis 2014 und als ordentliches Mitglied im Hessischen Städte- und Gemeindebund in verschiedenen Funktionen eingebracht. „Dieses vielfältige Engagement zeigt: Der Blick über den Tellerrand war Dr. Fennel wichtig“, sagte Bouffier und betonte: „Dr. Fennel war seit Gründung des Zweckverbands Abfallsammlung für den Landkreis von 1995 bis 2016 Mitglied des Vorstandes und ab 2003 zusätzlich stellvertretender Vorstandsvorsitzender. In dieser Zeit hat er zahlreiche Projekte vorangebracht“, so Bouffier.
Der Ministerpräsident würdigte auch das jahrzehntelange Engagement Dr. Fennels für die Sparkasse Fulda. Zudem habe er als Mitglied des Verwaltungsausschusses der osthessischen Agenturen der Bundesagentur für Arbeit über dreieinhalb Jahrzehnte hinweg maßgeblich die Arbeit dieser Behörden mitgeprägt. Neben seinem kommunalpolitischen Engagement sei Dr. Fennel seit fast vier Jahrzehnten als Präsident des DRK-Kreisverbandes Hünfeld tätig. Die Konrad-Zuse-Gesellschaft, deren Gründungsmitglied er war, habe der 71-Jährige rund zehn Jahre als Vorsitzender bzw. stellvertretender Vorsitzender geführt. Auch im kirchlichen Bereich sowie bei der Dr. Hans und Hildegard Medler Stiftung und der Point Alpha Stiftung und Akademie war und ist der gebürtige Hünfelder aktiv. „Es ist schier unglaublich, dass eine einzige Person all diese facettenreichen Tätigkeiten ausgeübt und sich mit vollem Einsatz eingebracht hat. Dieses Engagement verdient Respekt und Anerkennung und ich möchte es daher mit dem Hessischen Verdienstorden würdigen“, unterstrich Bouffier.