Der Anger

Der Rasdorfer Anger ist mit einer Ausdehnung von 170m zu 75 m der größte Dorfplatz Hessens. Zur ursprünglichen Bestimmung als Viehlagerstelle bei Nacht kam später die Verwendung als Umspann- und Handelsplatz für die Handelsstraße Frankfurt-Leipzig und als Lagerplatz für die Wallfahrer zum Gehilfersberg.

Gedenkstätte Point Alpha

Die Gedenkstätte

Die Gedenkstätte Point Alpha befindet sich an der hessisch-thüringischen Grenze auf dem Rasdorfer Berg. Point Alpha galt als „der heißeste Punkt im Kalten Krieg“ und war bis 1989 der wichtigste Beobachtungsstützpunkt der U.S. Army an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Es lag mitten im Zentrum der NATO Verteidigungslinie Fulda-Gap, in der im Ernstfall ein Angriff der Truppen des Warschauer Paktes befürchtet wurde. Hier standen sich die Vorposten von Nato und Warschauer Pakt Jahrzehnte Auge in Auge gegenüber.

Eindrücke

Inmitten des Biosphärenreservates Rhön und Naturschutzgebieten gelegen, erinnert dieser historische Ort heute mit seinen authentischen und originalgetreuen Gebäuden und Anlagen an die tragische Teilung Deutschlands sowie an die Schrecken des Kalten Krieges. In dem auf hessischem Boden befindlichen, unter Denkmalschutz stehenden US-Stützpunkt werden schwerpunktmäßig die Gefahren des Kalten Krieges, die Konfrontation der Machtblöcke, die Aufgaben von U.S. Army, BGS und Zoll gezeigt. Ergänzt durch die originalgetreuen und rekonstruierten Grenzanlagen der DDR in einem Freiluftgelände entlang des Grünen Bandes und dem im Juni 2003 neu eröffneten „Haus auf der Grenze“ auf thüringischer Seite, in dem die Einwirkung des Grenzregimes der DDR auf Mensch und Natur dargestellt wird, entsteht ein eindrucksvolles Zeitzeugnis und Lernort der Geschichte.

Ausblicke

Von Point Alpha bieten sich herrliche Blicke ins Ulstertal sowie auf das Hessische Kegelspiel. Die unmittelbare Umgebung lädt zum Wandern und erlebnisreichen Ausflügen ein. Point Alpha ist Station eines sehr informativen, 17 km langen Grenzlehrpfades, der unter anderem an Relikten der ehemaligen Grenzbefestigungsanlagen sowie an geschleiften Höfen vorbeiführt.

Der anschließende „Weg der Hoffnung“ auf dem ehemaligen Todesstreifen ist Kunstwerk, Mahnmal, Denkanstoß. Vierzehn Skulpturen, die in Anlehnung an den biblischen Kreuzweg (eine) Geschichte erzählen, geschaffen vom Bildhauer Ulrich Barnickel.

Öffnungszeiten

April bis Oktober täglich von 9.00 – 18.00 Uhr
November und März täglich von 10.00 – 17.00 Uhr
Dezember bis Februar Dienstag bis Sonntag 10.00 – 16.30 Uhr

Kontakt

Telefon: 06651 919030
Fax: 06651 919031
E-Mail: service@pointalpha.com
Webseite: www.pointalpha.com

Anfahrt

Hummelsberg 1
36169 Rasdorf

Sie erreichen „Point Alpha“ von Rasdorf aus Richtung Geisa nach etwa 2 km (folgen Sie der Ausschilderung am Ortsausgang).

Gehilfersbergkapelle St. Maria und Vierzehn Nothelfer

Nordwestlich von Rasdorf auf einem 453 m hohen Basaltkegel gelegene Wallfahrtskapelle zu Ehren der hl. 14 Nothelfer. Sie wurde während der Regierungszeit von Fürstabt Schenk von Schweinsberg (1623-32) anstelle einer zerstörten Kapelle errichtet. 1681 erfolgte die Altarweihe. Vom 18. Jahrhundert an ist der Gehilfersberg einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte des Fuldaer Landes.

1996 fiel die Kapelle einem Brandanschlag zum Opfer und wurde bis auf die Grundmauern zerstört. Durch Spenden und tatkräftige Unterstützung der Bevölkerung konnte sie in nur einem Jahr originalgetreu wiederaufgebaut und im Mai 1997 wieder eingeweiht werden.

Vom Gehilfersberg aus bietet sich dem Wanderer ein herrlicher Rundblick über das Hessische Kegelspiel, nach Thüringen und zu den Ausläufern der Rhön.

Pfarrkirche St. Johannes der Täufer und Cäcilia

780/81 wurde die Mark Rasdorf an das Kloster Fulda geschenkt. Erstmals urkundlich erwähnt wird Rasdorf 815 als „Ratestorph“. 831 errichtete der berühmte Abt und Lehrer von Fulda, Rhabanus Maurus, in Rasdorf eine Steinkirche.  1274 war diese Kirche baufällig und es entstand unter Verwendung alter romanischer Bauteile eine neue, im äußeren Erscheinungsbild gotische Kirche, die heutige Stiftskirche.

Die Hauptsehenswürdigkeiten der Kirche sind die acht Säulen mit ihren Kapitellen. Es wird vermutet, daß diese kunstgeschichtlich hochbedeutsamen Säulen und Kapitelle auf eine byzantinische Künstlergruppe zurückgehen, die am ottonischen Kaiserhof arbeitete. Sechs Säulen im griechischen Stil teilen das hochstehende Langhaus von zwei niedrigeren Seitenschiffen. Unter der Westempore finden sich zwei gedrungene Säulen im romanischen Stil mit seltenen Tierkapitellen. Kunsthistoriker halten diese den Werken in Ravenna ebenbürtig.

Das älteste Ausstattungsstück der Kirche ist der Taufstein. Er hat eine Form, die an einen Taufstein erinnert, der in einer Darstellung des hl. Bonifatius bei einer Heidentaufe erscheint.

Die Stiftskirche in Rasdorf gilt als eine der bedeutsamsten Dorfkirchen in Hessen und ist wohl die architektonisch wertvollste der Diözese Fulda.

Der Wehrfriedhof

Die noch gut erhaltene mittelalterliche Anlage des Wehrfriedhofes in Rasdorf findet in Hessen kaum ihresgleichen. Mit einer hohen Mauer und vier Wehrtürmen versehen, in die Schießscharten eingemauert sind, bot sie in kriegerischen Zeiten Schutz für die Rasdorfer Bevölkerung.

Hier stand die eigentliche Pfarrkirche der Rasdorfer, die Anfang des 13. Jahrhunderts errichtete Michaelskirche. 1827 wurde diese gegen den Widerstand der Bevölkerung abgerissen. Symbolisch wurde hierfür bei der jüngsten Umgestaltung des Friedhofs eine gemauerte Ecke hochgezogen, die die noch vorhandene Grundmauer der ehemaligen Pfarrkirche sichtbar macht. Eine Infosäule in diesem Bereich informiert Besucher über das ehemalige Kirchengebäude. Mit einem QR-Code kann eine Audiodatei mit weiteren Informationen zu Kirche und Wehrfriedhof abgerufen werden.

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